Eier Carl - Die Kultkneipe am Hamburger Fischmarkt seit 1903.

Ein Wirtshaus mit Weltgeltung

Carl Cohrs, auch Eier-Carl genannt, war und ist in Hamburg eine stadtbekannte Persönlichkeit. 1903 übernahm er von seinem Vater eine Gastwirtschaft am Fischmarkt, die sich genau an der besagten Ecke zur großen Elbstraße befand. Das Schild weist noch heute darauf hin.

Cohrs international renommiertes Wirtshaus sorgte für einen regen Besucher-Zustrom und trug so dazu bei, dass der Fischmarkt bis weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt wurde.

Herr Cohrs führt eine ganz einfache, aber durch Sauberkeit und gemütlichen Ton hervorstechende Gastwirtschaft, die bis an den Sund und bis in die Straße von Biscaya berühmt ist schwärmte ein Zeitgenosse. Die ganze Hafenwelt kennt, liebt und schätzt ihn. Die Dampfer von fern und nah bringen treue Kunden, ja, die Fremdenführer kehren mit ihren Schützlingen selbstverständlich hier ein.

Auch die Geistesaristokratie steht in diesem Reigen nicht abseits; die Dichter Gorch Fock und Gustav Frenssen, die Lyriker Liliencron und Dehmel, sie alle haben hier gerastet.

Die Einkehrer liebten Eier-Cohrs selbst gemixte Spirituosen wie Eisbrecher oder Knickebein, doch besonders berühmt war der Cohrssche Eiergrog, von dem auch der Name des Wirtshauses stammte. Außerdem war der kleine, plattdütsch schnackende Wirt als großer Opernfreund bekannt, er förderte zahlreiche Sänger und verhalf unter anderem dem einstigen Werftarbeiter Carl Günther zu einer Karriere als Kammersänger.

Als Carl Cohrs 1937 verstarb, führte seine Witwe die Wirtschaft weiter, doch leider nicht sehr lange. Schon sechs Jahre später, im Kriegsjahr 1943, musste sie auf Anordnung der Nationalsozialisten schließen und das berühmte Gasthaus verschwand vom Fischmarkt.

Noch heute erinnern sich Viele gern an Eier-Cohrs Zeiten. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht die Tradition dieses Wirtshauses weiterzuführen und mit unseren Rezepten so nah wie möglich am Original wieder Eiergrog am Fischmarkt auszuschenken.